Mona Wittorf
Dipl. Sozialpädagogin

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mona.wittorf (at) web.de

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Meine Haltung

Aus meiner Sicht wird Trauma wird viel zu häufig nur in den Zusammenhang punktueller Ereignisse gebracht wie Unfälle, Naturkatastrophen oder Krieg. Doch auch ein Mangel an sicherer Bindung in den frühen Kindheitsjahren kann traumatisierend wirken. Hinzu kommt, dass traumatisierende Ereignisse wie sexueller Missbrauch, Verlust oder Flucht umso schwieriger wieder ins seelische Gleichgewicht zu bringen sind, wenn die stabilisierende Bindungserfahrung fehlt.

Ich verstehe Traumatisierung als Stressbewältigung in Reaktion auf Erlebnisse und Erfahrungen, die ein Mensch zwar überleben, aber zunächst nicht vollständig verarbeiten kann. Sie wirken sich deshalb unbewusst auf das Verhalten und die Beziehungen aus. Die Bewältigungsformen sind nur im jeweiligen Kontext zu begreifen. Sie ergeben sich immer aus einem Zusammenspiel von vielfältigen Hindernissen und Hemmnissen, aber auch Ressourcen und Resilienzen, über die ein Mensch verfügt und die er entwickeln kann.

Ich begleite die Betroffenen auf ihrem Weg der seelischen Gesundung, indem ich sie unterstütze, ihre Ressourcen (wieder) zu entdecken und zu erweitern. Meine Arbeitsweise ist systemisch: Als Menschen schweben wir nicht im luftleeren Raum, sondern individuelles Verhalten kann nur im jeweiligen sozialen Kontext verstanden werden. Dabei gilt es, sowohl das Beziehungsgefüge als auch die gesellschaftlichen Bedingungen in den Blick zu nehmen. Nach Möglichkeit nutze ich deshalb Methoden, die auch die sozialen Netzwerke miteinbeziehen, zum Beispiel durch Open Dialogue.

Entsprechend zu meiner therapeutische Haltung verfolge ich auch als Kursleiterin einen ressourcenorientierten und systemischen Ansatz. Es ist mir wichtig, mich auf meine unterschiedlichen Zielgruppen einzustellen und an das Vorwissen und die vorhandenen Erfahrungen der Teilnehmer*innen anzuknüpfen. Meine Handlungsempfehlungen sollen alltagstauglich sein und berücksichtigen deshalb immer auch die Rahmenbedingungen des jeweiligen Arbeitsbereichs.

Ich wünsche mir, dass psychotraumatologisches Wissen nicht auf das sozialpsychiatrische Fachpersonal beschränkt bleibt. Es wäre nicht nur für die Betroffenen, sondern für alle Beteiligten hilfreich, wenn viele verschiedene Berufsgruppen möglichst schon in der Ausbildung ein tieferes Verständnis über psychische Beeinträchtigungen erlangen – sei es in der Schule oder im Kindergarten, bei der Polizei oder bei Gericht, in Behörden oder in der gesetzlichen Betreuung, in Seniorenwohnheimen oder Krankenhäusern.

Nach meinem Verständnis ist die aktuell vorherrschende gesellschaftliche Perspektive auf psychische Erkrankung und ihre Bewertung kritisch zu hinterfragen: Wer oder was macht die Seele so krank? Was heißt psychisch krank? Wer hat welchen Vorteil von Diagnosen und Definitionsmacht?

Meine Utopie ist eine Gesellschaft, die seelische Gesundheit neu definiert und die Ursachen für psychische Beeinträchtigungen vorrangig im gesellschaftlichen Kontext begreift. Es wäre eine Gesellschaft, die psychische Erkrankung nicht als individuelles „Versagen“ oder „Unangepasstsein“ von einzelnen Menschen sieht, sondern Verhältnisprävention verfolgt. Mit geht es darum, die Betroffenen von der alltäglichen Stigmatisierung zu befreien und ihren individuellen Bewältigungsstrategien mit Respekt zu begegnen. In der Folge werden Begegnungen möglich, die  gegenseitig wertschätzend sind.

 

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